Architekturfotografie
ARCHITEKTUR ALS KUNST

DER STADT EIN GESICHT GEBEN

von | 28. Februar 2017

Was bedeutet Architektur? – jeder von uns lebt mit und in ihr. Es ist eine Auseinandersetzung mit einem Raum sowie den darin sich bewegenden, lebenden Menschen. Es ist mein Anliegen, wenn ich ein Gebäude betrachte, es mit meiner Fotografie für den Betrachter in eine schwungvolle und weiche Fasson umzuwandeln. Denn trotz der strengen Formgebung hat die Baukunst eine Seele. Einen Teil von Menschen dafür zu faszinieren – ein Stück meiner Seele dem Betrachtenden zu transportieren.

© Elke Schmitz I a photo is a way I Schauspielhaus Düsseldorf

Ein Vorhang öffnet sich

Architektur gibt es mindestens so lange wie der Mensch seine Umwelt gestaltet und Gebäude errichtet –  also seit einigen tausend Jahren. Dabei spielt der jeweilige Zeitgeist eine Rolle, also welcher Baustil zum Zeitpunkt der Planung eines Gebäudes gerade angesagt und modern ist.

Während heute gerade oder geschwungene Glasfassaden modern sind, so war die Architektur zum Beispiel in der Epoche des Barock im späten Mittelalter von sehr vielen Details bestimmt. Dazu gehörten verschiedenste Verzierungen der Gebäude mit Ornamenten und Figuren, welche oftmals aus Sandstein gefertigt wurden. (Quelle: Wissensportal „Frag Floh“)

© Elke Schmitz I a photo is a way I PANTA RHEI* – Düsseldorf Airport City

Architekturfotografie: Alles fließt

Gerade dieses zuvor gezeigte Objekt hat sich zu meinem FAVOURITE MODEL etabliert. Es verkörpert, trotz einer starren und modernen Formgebung, eine Leichtigkeit…..die man Beton nie zutrauen würde, wie es auch im Nachruf des brasilianischen Architekten Oskar Niemeyer skizziert wird:

“Gebaut für den Augenblick, in dem man nach oben sieht und „aaah!“ sagt, hingerissen vom Schwung der Kurven, von einer Leichtigkeit, die man Beton nie zugetraut hätte.“ (Quelle: Nachruf Oscar Niemeyer)

Egal, wie oft ich vor diesem Gebäude stehe – ich entdecke immer wieder neue Ansichten und Perspektiven, wie bei einem Menschen, der ebenso jeden Tag eine andere Laune ausstrahlen kann.

© Elke Schmitz I a photo is a way I Düsseldorf Kö Bogen

© Elke Schmitz I a photo is a way I Düsseldorf MedienHafen Gehry Bauten

Man kann ein Gebäude, zum Beispiel die Bauten von Frank O. Gehry, den Kö-Bogen von Daniel Libeskind, zehnmal betrachten, trotzdem immer wieder anders, eine Faszination, die mich nicht los lässt.

Es scheint oft ein bewusstes Spiel des Architekten zu sein: begegnet man dem Bauwerk im Sonnenschein oder in der Nacht, jedes Mal gibt es andere, interessante Lichtspiele. So unendlich facettenreich von bedrohlich, erdrückend, lebendig, nüchtern, weich, rund, starr…..kann es wirken.

Die Architektur besteht aus Traum, Phantasie, Kurven und leeren Räumen. (Oscar Niemeyer)

© Elke Schmitz I a photo is a way I Düsseldorf Kö Bogen

© Elke Schmitz I a photo is a way I Düsseldorf Kö Bogen

Die Farbe ist der Ort, wo unser Gehirn und das Weltall sich begegnet. (Paul Cézanne)

Zu guter Letzt: Neben der Form eines Bauwerkes und der Fassade, kann die Farbe eines kontrastreichen Himmels einen wunderbaren Gegenpol bieten, es hervorheben.

Ich versuche in der sehr kalten Jahreszeit genau das festzuhalten. Die fotografierten Gebäude wirken, durch den von mir kreierten (nicht manipulierten) Farbton, das ©GAULOISES_BLUE, fast wie ein Meer, das nie endet, sich im Horizont verliert.

In diesem Sinne: Architektur begleitet unser tägliches Leben!

HIER SCHREIBT

ELKE SCHMITZ

Elke unternahm ihre ersten fotografischen „Gehversuche“ mit ihrer Kodak Retina. Nach einem Studium zur Textilingenieurin prägte und schulte sie ihr „grafisches“ Auge in einigen namhaften Werbeagenturen.  Ihre Intention: Die strenge Formgebung der Baukunst in eine schwungvolle, weiche umzuwandeln. Sie „sieht“ ein Objekt/Gebäude oft viele Male – und doch immer wieder ANDERS.

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Die Kamera lässt dich vergessen,dass du da bist. Das hat nichts damit zu tun,dass man sich dahinter versteckt. Nein, man vergisst einfach Zeit und Raum,weil man nur Augen für sein Motiv hat.

Annie Leibovitz

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