Mazda MX5
AUF EINLADUNG DER FIRMA MAZDA

MEIN ERSTES MAL MIT DEM MAZDA MX5 CABRIO

von | 26. November 2016

„Das ist der Schlüssel für den MX5. Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit dem Cabrio!“ Ich hatte gerade noch Zeit nachzufragen, wie man das Verdeck des kleinen roten Wagens öffnen kann, bevor der freundliche Mitarbeiter des Autohauses schon wieder verschwunden war. Jetzt stand ich da, und versuchte mein kleines Drei-Tage-Gepäck und die Fotoausrüstung im Kofferraum zu verstauen. Es blitzten Erinnerungen an Tetris-Spiele durch meinen Kopf, und so schaffte ich es, alles hinein zu schlichten und den Kofferraumdeckel zu schließen.

Vor einigen Wochen wurde ich von Regina gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ein Cabrio von Mazda auszuprobieren und darüber einen Beitrag zu schreiben. Im ersten Moment dachte ich an einen Scherz, und dass ich als überzeugter Bahnnutzer und begeisterter Radfahrer sicherlich nicht der Richtige dafür wäre. Dann reizte mich allerdings die offensichtlichste Eigenschaft eines Cabrios, die mich üblicherweise mit dem Rad reisen lässt: Das Fehlen eines Daches und damit die unmittelbare Wahrnehmbarkeit der Umwelt.

Nun stand also das Wochenende bevor, an dem ich eine kleine Reise mit dem Cabrio unternehmen durfte. Die erste Erkenntnis hatte ich soeben gewonnen: In Bezug auf das Gepäck, macht es kaum einen Unterschied, ob ich alles in Radtaschen unterbringen muss oder ob ich einen kleinen Kofferraum zur Verfügung habe. Ich war froh, dass ich alleine unterwegs war. Mir blieb es ein Rätsel, wo ich ein weiteres Gepäckstück verstaut hätte.

Ähnlich wie ich versuchte, das Gepäck zu verstauen, überlegte ich nun, wie ich mich beim Einsteigen zusammenklappen müsste, damit ich am einfachsten in die für mich ungewohnte niedere Sitzposition des Fahrersitzes käme. Ich erkannte später, dass das Einsteigen bei geöffnetem Verdeck wesentlich einfacher war. Aufgrund des regnerischen und kühlen Wetters hatte ich das Verdeck allerdings noch geschlossen. Ein wesentlicher vorteilhafter Unterschied zur Reise mit dem Fahrrad zeigte sich jedoch unmittelbar nach dem Einsteigen: Die Kamera kann man griffbereit auf dem Beifahrersitz ablegen und durch das Anhängen des Gurtes an der Nackenstütze sichern. Beim Radfahren habe ich leider noch nie einen wirklich guten Kompromiss gefunden, der es mir erlaubt, die Kamera  schnell griffbereit zu haben und sie während der Fahrt doch sicher zu verstauen.

Das kurze, etwas lautere, tiefe Grollen des Motors beim Start überraschte mich. Für mich war klar: Dieses Auto ist nicht nur optisch, sondern auch akustisch darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu erregen. Und in der Tat zog ich viele neidische Blicke auf mich.

Die erste Etappe führte mich von Innsbruck ins Ötztal, von wo eine spektakuläre Straße über das 2491 m hohe Timmelsjoch nach Südtirol führt. Ab hier erlaubte es das Wetter, ohne Verdeck zu fahren. Das Motto dieser hochalpinen Privatstraße kann eindeutig als „Der Weg ist das Ziel“ beschrieben werden. Man sieht das deutlich an einer großen Zahl von Cabrios, Motorrädern und anderen auf den „Fahrspaß“ orientierten Kraftfahrzeugen, die sich alle beim Motorradmuseum an der Mautstelle treffen. Gleichzeitig versuchen sich auch zahlreiche Reiserad- und Rennradfahrer an der herausfordernden Strecke, bei der von den Talorten aus rund 1800 Höhenmeter zu überwinden sind. Als ich an den Radfahrern vorbeifuhr, hatte ich fast ein schlechtes Gewissen, weil es für mich so leicht ging. Entlang der Strecke befinden sich fünf architektonisch interessante, aber trotzdem in die alpine Landschaft integrierte Bauten, die über die Gegend, das Leben und die Bedeutung der Straße informieren. Die Stationen zwischen der Mautstelle und dem Pass interessierten allerdings wenige, sodass ich alles alleine und in Ruhe genießen konnte.

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Auf der italienischen Seite führt die Straße durch einige Tunnel. Als Wassertropfen von der Tunneldecke auf mich herunter regneten, fiel mir eine weitere Parallele zum Radfahren auf. Der Vorteil des Cabrios ist jedoch, dass die feuchte Strecke wesentlich schneller überwunden ist. Dies gilt auch für den Lärm, der in den Tunnels vorherrscht, mit dem Unterschied, dass ich in diesem Fall selbst der Lärmemitent war.

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Die Strecke von der Passhöhe hinunter ins Passeiertal führt über zahlreiche Serpentinen, sodass man in knapp 30 km 1800 Höhenmeter überwindet. War ich am Timmelsjoch noch sehr froh, dass ich meine Jacke angezogen hatte, so wurde mir in kürzester Zeit immer wärmer und ich begann zu schwitzen. Diese für das Autofahren doch unübliche Unmittelbarkeit zur Außenwelt gefiel mir. Die spätsommerliche Abendsonne brannte mittlerweile so stark auf meine Gesicht, dass ich am Abend beim Blick in den Spiegel das Muster der Sonnenbrille über den Augen erkannte, die ich schon längst abgenommen hatte.

Der erste Tag meiner Reise mit dem Mazda MX5 endete also mit der Erkenntnis, dass es sinnvoll ist, nicht nur beim Radfahren Sonnencreme zu benutzen, sondern auch wenn ich mit dem Cabrio unterwegs bin.

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KLAUS SPIELMANN

Als ausgebildeter Geograf und Geoinformatiker beschäftigt sich Klaus insbesondere mit räumlichen Phänomenen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um natürliche, durch den Menschen gestaltete oder auch virtuelle Räume handelt, auf die er sich als Geograf, Raumplaner, Geoanalytiker, Kartograf oder Fotograf einlässt.

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Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Christian Morgenstern

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