Kreta
Urban Life

Innsbrucks Brücken

von | 2. Dezember 2015

Platsch – und schon ist die Sonnenbrille im trüben Wasser des Inns verschwunden. Nach diversen Abschürfungen, eiskalten Füßen, verschmutzter und zerrissener Kleidung, ist das nicht der erste und einzige Tribut, den mir das Projekt abverlangt, das ich im Laufe der letzten Monate verfolgt habe. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, die Innbrücken von Innsbruck im Jahreslauf fotografisch festzuhalten.

Als Bewohner von St. Nikolaus, dem ehemaligen Anpruggen, überquere ich den Inn täglich mehrmals und oft auch auf unterschiedlichen Brücken. Bei einer dieser üblichen Innquerungen ist plötzlich diese Idee im Kopf: Innsbruck und Innbrücken. Am Weg ins Büro wird der Gedanke durch den Alltag verdrängt. Einige Zeit und viele Brückenüberfahrten später, schießt es wieder durch den Kopf: Innsbrucks Innbrücken. Wie viele sind das eigentlich? Wo ist die westlichste, wo die östlichste? Wie heißen die? Haben die überhaupt alle einen Namen? Sind die Brücken alle so fotogen, wie die neue Hungerburgbahnbrücke? Warum weiß ich das alles nicht?

Im Laufe der darauffolgenden Monate war ich immer wieder unterwegs, um die Brücken ins Bild zu bringen. Ich versuchte für jede Brücke herauszufinden, wo sich interessante Blicke ergeben und welche Rahmenbedingungen am besten passen (Uhrzeit, Wochentag, Jahreszeit, Perspektive, Standort, Wasserstand, Wetter, usw.). Manche Überlegungen bzw. Planungen erwiesen sich vor Ort plötzlich als doch nicht umsetzbar. Die Gründe dafür waren ganz unterschiedlich: Einmal war der Wasserstand so hoch, dass der Fotostandort nicht erreichbar war, ein anderes Mal versperrte ein Baum die Sicht oder ein riesiger Baukran ragte ins Bild. Ein besonderer Augenblick war, als ich vor einer Brücke stand, von der aufgrund von Bauarbeiten nur mehr Bauzäune und Baustelleneinrichtungen sichtbar waren.

Schlussendlich hat die Arbeit am Projekt doch länger gedauert als vermutet. Aber es mir gelungen, den Jahreslauf in Innsbruck anhand der Innbrücken fotografisch darzustellen und somit einen für mich wesentlichen und typischen Charakterzug von Innsbruck festzuhalten: Innsbrucks Innbrücken.

Freiburger Brücke

Innbrücke der Hungerburgbahn, Innsbruck

Innbrücke

Eisenbahnbrücke

Prof.-Hans-Psenner-Steg

Karwendelbrücke

Émile-Béthouart-Steg

01_universitaetsbruecke_innsbruck_spielmann-Bruecken

Alte Brücke der Hungerburgbahn

New Orleans Brücke

Grenobler Brücke

Sieglanger Brücke

Mühlauer Brücke

KLAUS SPIELMANN

Als ausgebildeter Geograf und Geoinformatiker beschäftigt sich Klaus insbesondere mit räumlichen Phänomenen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um natürliche, durch den Menschen gestaltete oder auch virtuelle Räume handelt, auf die er sich als Geograf, Raumplaner, Geoanalytiker, Kartograf oder Fotograf einlässt.

4 Kommentare

  1. Lieber Klaus, ich bin beeindruckt von deiner Serie. Tolles Konzept, tolle Bilder! So naheliegend und gleichzeitig so gut …

  2. schöne Brücken, tolle Fotos! In Wien und über die Donau haben wir ja nicht so viele. Nimmt man den Donaukanal dazu, wird es schon interessanter, und über der Wien gibt es sogar zwei, die einander kreuzen. Dein Beitrag wäre auch als Kalender gut vorstellbar – einheitliches Format, passende Zahl Bilder. Dafür würde ich sogar Geld ausgeben.

  3. ich will ja klaus nicht vorgreifen … aber ich verrate schon mal vorab, dass er das brücken-projekt als kalender im fach bild&text einreicht

  4. Danke für eure Rückmeldungen. Der Kalender für 2016 im Format A3 ist tatsächlich bereits vorbereitet und geht in die Produktion. Wer einen (gegen Produktionskostenbeitrag) haben will, einfach bei mir melden.

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

zwölf − 6 =