Architekturfotografie
Leben mit Autismus

HELLE SCHATTEN – DUNKLES LICHT

von | 25. Juli 2018

AUTISMUS – WAS IST DAS?

Es gibt da einen schlauen Spruch, der besagt: Kennst du einen Autisten, dann kennst du nur genau einen Autisten. So unterschiedlich wie die einzelnen Menschen sind, so unterschiedlich ist auch die Auswirkung der Autismus-Spektrum-Störung.

Der Begriff „Autismus“ kommt aus dem Griechischen und steht für „selbst“. Er wird von der Weltgesundheitsorganisation zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen gerechnet und derzeit unter dem Oberbegriff „Autismus-Spektrum-Störung“ zusammengefasst: Von Ärzten, Forschern, Angehörigen und Betroffenen selbst wird er als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht.

Unterschieden wird zwischen dem Frühkindlichem Autismus (Kanner-Syndrom), dem atypischen Autismus, dem Asperger und dem High-Functioning (hochfunktionaler) Autismus. Die Häufigkeit dieser Störungen liegt laut neueren Studien bei etwa 4 – 5 auf 10.000 Kinder oder Neugeborenen. Mittlerweile gibt es auch Meinungen, die von einer wesentlich höheren Häufigkeit ausgehen. Die Annahmen liegen bei etwa 15 – 40 Autisten auf 10.000 Kindern. Nennenswert ist auch das Verhältnis der Autismus-Erkrankung bei Jungen und Mädchen. Es liegt  bei 4:1. Warum Jungen häufiger von Autismus betroffen sind als Mädchen, ist nicht geklärt.

Die Hauptmerkmale sind Auffälligkeiten bei sozialen Interaktionen. Der betroffene Mensch ist in seiner sprachlichen und/oder nicht-verbalen Kommunikation beeinträchtigt. Das Verhalten, die Interessen und Aktivitäten sind eher eingeschränkt und gleichförmig wiederkehrend.

Autismus ist auch eine Störung der Wahrnehmungsverarbeitung. Autistische Menschen haben sozusagen Probleme im Wahrnehmungsbereich. Sie können sehen, hören, tasten, riechen, schmecken wie alle anderen auch. Sie können diese Wahrnehmungen aber kaum zu einem Gesamtbild verarbeiten.

Ebenso liegt eine Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen vor. Darunter versteht man Schwierigkeiten bei Emotionserkennung, eine Empathieschwäche, Schwierigkeiten bei der Perspektivenübernahme, und eine Verständnisschwäche für soziale Situationen. Auch gibt es Beeinträchtigungen bei den Exekutiven Funktionen. Das sind z. B.: Defizite beim Vorausplanen, Defizite bei der Handlungsplanung und zeitlichen Strukturierung, Einschränkung der Flexibilität oder eine Initiierungsschwäche. Möglich ist auch eine beeinträchtigte zentrale Kohärenz, die sich in Bruchstückhafter Informationsverarbeitung, Detailorientierung, Kontexterfassungsschwäche, oder in Schwierigkeiten, den Sinn und die Bedeutung zu erfassen, zeigen.

Diagnosekriterien: Quelle: Bölte: Autismus, Spektrum, Ursachen, Diagnostik, Interventionen, Perspektiven, 1. Auflage 2009, Seite 38/39)

HELLE SCHATTEN – DUNKLES LICHT

Dieses Fotobuch ist mein Beitrag dazu, den „Neuros“ Autismus näherzubringen. Meine Intention: Aufzeigen, womit Menschen mit dieser Spectrum-Störung zu kämpfen haben. Aber auch darauf hinzuweisen, dass nicht alles daran schlecht ist, dass Betroffene oft gar nicht neurotypisch sein möchten. Sie sind so wie sie sind wertvolle Menschen. Nur halt ein wenig anders.

Weitere Informationen gibt es auch auf meiner speziell zu diesem Thema eingerichteten Facebook-Seite: https://www.facebook.com/Helle-Schatten-Dunkles-Licht-Leben-mit-Autismus-197076360893246/

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DORIS REINTHALER

Als ausgebildete Grafikerin hat Doris, mit der Kamera in der Hand, die beste Möglichkeit ihre Kreativität auszuleben und in Neues einzutauchen. Die Fotografie ist für sie eine Art Sprache. Ein Mittel der visuellen Kommunikation. Neugierde – Offenheit – Lernen – Sehen – Aufzeigen – Einlassen auf Neues. Das ist ihr wichtig.

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Lebendige Fotografie lässt Neues entstehen, sie zerstört niemals. Sie verkündet die Würde des Menschen. Lebendige Fotografie ist bereits positiv in ihren Anfängen, sie singt ein Loblied auf das Leben.

Berenice Abbot

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